Kalwaria Wejherowska (dt. Neustadt) war der vierte Kalvarienberg in Folge, der
zu goldenen Zeiten des polnischen Adels im 17. Jahrhundert nach Kalwaria Zebrzydowska,
Pakoska und ¯mudziñska entstand. Initiator für ihre Gründung und der Hauptstifter
war der Woiwode von Malbork (Marienburg) Jakub
Wejher.
Die Bemühungen um die Zustimmung der Kirchenbehörden setzte er wahrscheinlich
gleichzeitig mit der Gründung von Wejherowska Wola, des späteren Wejherowo,
ein. Der Woiwode wurde dabei durch den pommerschen Erzdiakon Jan Mateusz Judycki
und den Abt des Zisterzienserklosters in Oliwa (heute ein Stadtteil von Gdañsk/Danzig)
Aleksander Kêsowski unterstützt. Es war eben einer der Olivaer Zisterzienser,
Robert aus Werden, der die Entfernung zwischen den Stationen des künftigen
Kalvarienberges errechnete, indem er auf tatsächlichen Vermessungen des Kreuzweges
in Jerusalem basierte und markierte die Lokalisierung der zu bauenden Kapellen
auf diesem Gebiet mit Kreuzen. Nach lokaler Tradition soll er die Vermessungen
des Kreuzweges Christi selbst angestellt haben als er Jerusalem besuchte, laut
mancher Historiker gründete er sie jedoch auf die Bestimmungen des Forschers
Krystian Adrichomius aus dem sechzehnten Jahrhundert.

Einer der Schritte, die zum Bau des Kalvarienbergs führten,
war die Einführung des Konvents der Franziskaner Observanten
nach Wejherowo. Zwar sollten die Reformer vor allen Dingen
den katholischen Glauben verbreiten, u.a. durch die Bildung
aber Jakub Wejher sah für sie auch eine Rolle als Betreuer
des Kalvarienberges vor.
Sobald der pommersche und Leslauer Bischof Miko³aj Albert
Gniewosz aus Aleksandrowo den Bau des Kalvarienberges am
9. Juni 1649 genehmigte, begann man gleich die Kapellen zu
errichten. Sie wurden nicht nur von Jakub Wejher und seinen
Familienmitgliedern gestiftet, sondern auch von Mitarbeitern
und Freunden des Woiwoden: von dem Erzdiakon Jan Mateusz
Judycki, dem Abt Aleksander Kêsowski und den Höflingen Wejhers.
Intensive Bauarbeiten wurden durch den schwedischen Überfall
unterbrochen, so dauerte der Bau von 24 Kapellen des Kalvarienberges
bis 1666. Der Bauinitiator Jan Wejher, der 11 Kapellen gestiftet
hatte, lebte damals nicht mehr aber seine Schirmherrschaft
dauerte immer noch- angesichts der Bedrohung durch Schweden
überwies der Woiwode ein Depositum, das für den Unterhalt
des Kalvarienberges bestimmt wurde. Die Zinsen davon wurden
bis Ende des 17.Jahrhunderts an die Franziskaner ausgezahlt,
die den Kalvarienberg in seiner Obhut hatten. |