Kalwaria Wejherowska  
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Projekt UE




Wejherowo ist ein geistiges Zentrum der Kaschubei und ein wichtiges Wallfahrtzentrum und Ort des Marienkultes in Pommern. Seit mehr als 300 Jahren zieht Kalwaria Wejherowska zahlreiche Pilgern an, was zur Entwicklung des Pilgerverkehrs beiträgt. Jedes Jahr kommen in Wejherowo 60 organisierte Pilgergruppen angereist.
Erste Pilger erschienen in Wejherowo Ende des 18. Jahrhunderts. Im Jahre 1678 erließ der Papst Innocent XI. ein Breve, in dem die ewige Gültigkeit der vollkommenen Ablässe bestätigt wurde. Seit 1717 haben die Pilger nach Wejherowo die Kalwarischen Gebetbücher zur Verfügung, so genannte "kalwaryjki", die bis heutzutage regelmäßig neu aufgelegt werden.
Auf dem Kalvarienberg sind fünf Arten von Ablass zu gewinnen: von Christi Himmelfahrt, Dreifaltigkeit, Mariä Himmelfahrt, Heilung der Kranken und Erhöhung des Heiligen Kreuzes.
Zum ersten Ablass (am Sonntag vor Pfingsten) kommen hauptsächlich Pilger aus der Süd- und Mittelkaschubei, daher wird er "Landablass" genannt. Ablassfeierlichkeiten fangen am Freitagnachmittag an, wenn die ersten Pilgergruppen kommen und dauern bis Sonntagabend.
Zum zweiten Ablass- der Dreifaltigkeit kommen u.a. die Wallfahrer aus Puck, Swarzewo, W³adys³awowo, Oksywia, Rumia, Reda, Kosakowo und von fast allen Pfarreien in Gdynia. Da es sich hierbei um Nordkaschubei handelt also um so genannte"Nordy", wird er als "Seeablass" bezeichnet.
Die übrigen drei Ablässe sind dagegen für Ortsbewohner bestimmt, nicht für organisierte Gruppen.
Der Ablass der Heilung der Kranken wird am ersten Samstag und Sonntag im Juli begangen. Hauptfeierlichkeiten finden am Sonntag auf dem Kalvarienberg an der Caiphaskapelle um 10 Uhr statt.
Das Hochamt wird für zahlreiche ankommende Kranke bestimmt, die auf den Kalvarienberg von ihren Familien und Bekannten gebracht werden um einen vollkommenen Ablass zu bekommen und die letzte Ölung zu erhalten. An diesem Tag werden auch Autos der Gläubigen geweiht. Der Ablass von Mariä Himmelfahrt wird am 14. und 15. August gefeiert. Dabei wird ein abendlicher Durchmarsch einer Prozession mit brennenden Kerzen und einem kleinen durchsichtigen Sarg mit der Figur der verstorbenen Gottesmutter aus der Kapelle Häuschen der Gottesmutter zur Kapelle Grab der Gottesmutter organisiert. Es ist ein unvergessliches Erlebnis wenn sich ein Umzug der Gläubigen in der Dunkelheit auf dem Weg von einer Kapelle in die andere über Berg und Tal windet.
Erhöhung des Heiligen Kreuzes ist der dritte lokale Ablass. Er findet am zweiten Samstag und Sonntag im September im Zusammenhang mit dem Anfang des Schuljahres statt, so nehmen daran die Lehrer, Schüler und ihre Eltern aus der Kreisstadt Wejherowo teil.
In der Fastenzeit wird an jedem Freitag auf dem Kalvarienberg ein Kreuzweggottesdienst abgehalten. Es beginnt um 16 mit einem Umzug aus der Klosterkirche zur Pilatuskapelle. An der Spitze der Prozession gehen kalwarische Fahnen und ein Kreuz, hinter ihnen mehrere Tausend Gläubige.


Verbeugungen
von "feretrony"

Die Pilger, die zum Ablass nach Wejherowo kommen, bringen außer Fahnen und Standarten "feretrony" mit (feretron ist ein tragbares, beidseitiges Bild im Schmuckrahmen, das in der katholischen Kirche bei Prozessionen umhergetragen wird. Feretrony, die üblicherweise Bilder genannt werden, werden von vier Personen getragen, Frauen oder Männern, in eine Regionaltracht oder Festkleidung angezogen. Feretrony verbeugen sich bei Begrüßung und bei Abschied mit einem spezifischen Salut. Es ist ein einzigartiger Brauch.



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